Was ist eine Entzündung?

Was ist eine Entzündung?

Entzündungen sind ein zentraler Bestandteil des natürlichen Abwehrsystems unseres Körpers. Über sie erkennt das Immunsystem schädliche oder fremde Einflüsse, beseitigt diese und setzt den Heilungsprozess in Gang. Wenn Sie sich etwa das Knie aufschürfen oder eine Erkältung bekommen, reagiert der Körper rasch mit einer Entzündung, um zu schützen und zu reparieren – man spricht dabei von einer akuten Entzündung.

Problematisch wird es jedoch, wenn dieser Mechanismus nicht zur Ruhe kommt und das Immunsystem dauerhaft aktiviert bleibt. In diesem Fall kann sich die Entzündungsreaktion gegen den eigenen Körper richten. Diese anhaltende, niedriggradige Form, die als chronische Entzündung bezeichnet wird, wirkt nicht mehr schützend, sondern schädigend und trägt unbemerkt zu Alterungsprozessen und der Entstehung von Krankheiten bei.

In diesem Blog beleuchten wir diese persistierende Form der Entzündung, die häufig auch als „Inflammaging“ bezeichnet wird, und zeigen auf, wie Spermidin dazu beitragen kann, ihre negativen Auswirkungen zu mindern und das Gleichgewicht auf zellulärer Ebene wiederherzustellen.

Was ist Inflammaging?

Mit zunehmendem Alter gerät unser Immunsystem zunehmend in einen Zustand dauerhafter, niedriggradiger Aktivierung. Diese chronische Entzündungsreaktion wird als „Inflammaging“ bezeichnet. Sie schädigt Gewebe oft unbemerkt, beschleunigt den Alterungsprozess der Zellen und trägt zur Entstehung zahlreicher altersassoziierter Erkrankungen bei, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, neurodegenerative Erkrankungen, Diabetes und Krebs.

Im Gegensatz zur akuten Entzündung, die kurzfristig wirkt und dem Schutz des Körpers dient, entsteht Inflammaging durch komplexe biologische Veränderungen. Dazu zählen seneszente Zellen, eine gestörte Funktion der Mitochondrien, beeinträchtigte Autophagie sowie Ungleichgewichte im Darmmikrobiom. Zusammengenommen sorgen diese Faktoren dafür, dass entzündliche Signalprozesse dauerhaft aktiv bleiben – selbst dann, wenn weder eine Infektion noch eine Verletzung vorliegt.

Wie Spermidin hilft, chronischen Entzündungen vorzubeugen

1. Aktivierung der Autophagie
Autophagie ist der zelluläre Recycling- und Reinigungsprozess des Körpers. Ist dieser – wie es mit zunehmendem Alter häufig der Fall ist – beeinträchtigt, sammeln sich beschädigte Organellen und fehlgefaltete Proteine an. Dies aktiviert entzündungsfördernde Signalwege wie NF-κB sowie Inflammasome.

Spermidin reaktiviert die Autophagie und unterstützt die Zellen dabei, diese entzündlichen Auslöser zu beseitigen. Studien zeigen, dass eine Supplementierung mit Spermidin die Spiegel proinflammatorischer Zytokine wie IL-6, TNF-α und IL-1β senkt, die NF-κB-Aktivität reduziert und die Anhäufung oxidierter Lipide und Proteine verringert, welche die Immunaktivierung fördern. Durch die Wiederherstellung dieses natürlichen Reinigungsmechanismus beseitigt Spermidin zentrale Ursachen chronischer Entzündungen.

2. Epigenetische und transkriptionelle Regulation
Spermidin wirkt als Modulator der Histon-Acetylierung und beeinflusst dadurch die Genexpression. Es fördert die Hypoacetylierung von Histon H3, was zu einer Herunterregulierung proinflammatorischer Gene führt. Dieser epigenetische Effekt programmiert die Zellen gewissermassen in einen jüngeren, weniger reaktiven Immunzustand um und senkt den grundlegenden entzündlichen „Grundton“ des Gewebes.

3. Verjüngung von Immunzellen

Mit zunehmendem Alter verlieren Immunzellen an Balance und Effizienz. Spermidin trägt zu ihrer funktionellen Verjüngung bei, indem es sowohl die Mitochondrienfunktion als auch die Autophagie verbessert. In Makrophagen fördert es den Wechsel vom proinflammatorischen M1-Phänotyp hin zum gewebereparierenden M2-Phänotyp. In T-Zellen hilft Spermidin, das zelluläre Energiegleichgewicht wiederherzustellen und sogenannte „Bystander“-Entzündungen zu reduzieren, die durch fehlerhafte Signalübertragungen entstehen. Diese immunologische Neuausrichtung unterstützt den Körper dabei, Entzündungen effektiver zu kontrollieren.

4. Modulation des Darmmikrobioms
Zunehmende wissenschaftliche Hinweise zeigen, dass Spermidin ein gesundes Darmmikrobiom unterstützt. Es fördert das Wachstum nützlicher Bakterien, die kurzkettige Fettsäuren (SCFAs) produzieren, und reduziert gleichzeitig Bakterienstämme, die entzündungsfördernde Endotoxine freisetzen. Dieses Gleichgewicht stärkt die Darmbarriere und verringert das Eindringen von Lipopolysacchariden (LPS) – bakteriellen Toxinen, die in den Blutkreislauf gelangen und systemische Entzündungen auslösen können. Durch die Unterstützung eines stabilen Mikrobioms trägt Spermidin dazu bei, entzündliche Prozesse im Darm zu reduzieren und die Immunbalance insgesamt zu fördern.

5. Schutz der Mitochondrien
Mitochondrien sind sowohl Ziel als auch Auslöser von Entzündungen. Geschädigte Mitochondrien setzen reaktive Sauerstoffspezies (ROS) sowie mitochondriale DNA frei, die als Gefahrensignale für das Immunsystem wirken. Spermidin unterstützt die Mitophagie – die gezielte Entfernung funktionsgestörter Mitochondrien –, erhält das zelluläre Energiegleichgewicht und reduziert entzündliche Signale auf zellulärer Ebene.

Schlussfolgerung

Chronische Entzündungen gelten als einer der zentralen Treiber des Alterungsprozesses und altersbedingter Erkrankungen. Indem Spermidin die Autophagie wieder aktiviert, immunologische und epigenetische Signalwege moduliert, die Mitochondrien schützt und ein ausgewogenes Darmmikrobiom unterstützt, setzt es direkt an den zellulären Ursachen von Entzündungen an. Auf diese Weise trägt Spermidin dazu bei, das systemische Gleichgewicht des Körpers zu fördern und gesundes Altern von innen heraus zu unterstützen.

Scala chronische Entzündungen

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