Vitamin A5
Ein neues Vitamin für Körper und mentale Balance?

Die Vitaminforschung entwickelt sich ständig weiter – und gelegentlich entstehen dabei spannende neue Konzepte. Eines davon ist das sogenannte Vitamin A5, das in den letzten Jahren zunehmend wissenschaftliche Aufmerksamkeit erhalten hat. Doch was steckt wirklich dahinter? Handelt es sich um ein echtes neues Vitamin – und welche Wirkung könnte es auf unseren Körper und unser Wohlbefinden haben?

Was ist Vitamin A5?

Vitamin A5 ist ein neu vorgeschlagenes Mitglied der Vitamin-A-Familie, basierend auf der Verbindung
9-cis-13,14-dihydro-Retinsäure (9CDHRA).

Diese Substanz wurde als natürlich im Körper vorkommender Signalstoff identifiziert, der eine wichtige Rolle in der Zellkommunikation spielen könnte. Besonders relevant ist dabei ihre Funktion als Ligand für den sogenannten RXR-Rezeptor (Retinoid X Receptor) – ein zentraler Schalter für zahlreiche biologische Prozesse.

Die Idee hinter Vitamin A5:
Neben den bekannten Formen von Vitamin A (z. B. Retinol) könnte es eine weitere, bisher unterschätzte aktive Vitaminform geben.

Die wissenschaftliche Entwicklung – von der Entdeckung zur Hypothese

1. Die Postulierung (2018)

Rühl und Kollegen identifizierten erstmals 9CDHRA als aktiven RXR-Liganden und schlugen vor, diesen als Grundlage für eine neue Vitamin-Kategorie zu betrachten: Vitamin A5.

Kernaussage: Es könnte ein bisher übersehenes, biologisch relevantes Retinoid existieren.

2. Das Konzept „Vitamin A5/X“ (2021)

In einer weiteren Arbeit wurde das Konzept erweitert:

Vitamin A5 wird als Teil eines „Food-to-lipid-hormone“-Systems beschrieben
Das bedeutet: Aufnahme über die Nahrung → Umwandlung in einen hormonähnlichen Signalstoff

Kernaussage: Vitamin A5 könnte eine Brücke zwischen Ernährung und hormoneller Regulation darstellen.

3. Erste Ernährungsempfehlungen (2023)

Neuere Studien diskutieren:

mögliche Zufuhrmengen
Provitamin-A5-Vorstufen in Lebensmitteln
die Frage, ob aktuelle Ernährungsempfehlungen unvollständig sind

Kernaussage: Vitamin A5 könnte langfristig in Ernährungskonzepte integriert werden.

4. Erweiterung der Vitamin-A-Systematik

Weitere Arbeiten schlagen vor:

die klassische Einteilung von Vitamin A (A1–A4) zu erweitern
Vitamin A5 als neue funktionelle Kategorie zu etablieren

👉 Kernaussage: Unser Verständnis von Vitaminen könnte sich erweitern.

5. Mögliche Defizienz und mentale Gesundheit

Besonders spannend ist die Diskussion um eine mögliche Vitamin-A5-Defizienz:

Zusammenhang mit Gehirnfunktion
mögliche Rolle bei mentaler Gesundheit und Stimmung 

Kernaussage: Vitamin A5 könnte ein bisher unterschätzter Faktor für das psychische Wohlbefinden sein.

Welche Wirkung könnte Vitamin A5 haben?

Auch wenn sich vieles noch im Forschungsstadium befindet, lassen sich bereits potenzielle Wirkbereiche ableiten: 

Gehirn & mentale Balance

  • Einfluss auf neuronale Signalwege
  • mögliche Rolle bei Stimmung und kognitiver Funktion 

Zellregulation

  • Steuerung von Genaktivität über RXR-Rezeptoren
  • Einfluss auf Zellwachstum und Differenzierung 

Stoffwechsel

  • Beteiligung an zentralen Stoffwechselprozessen 
  • mögliche Wirkung auf Energiehaushalt und Lipidstoffwechsel 

Immunsystem

indirekte Rolle durch Interaktion mit regulatorischen Rezeptoren 

Wie ist der aktuelle Stand?

So vielversprechend das Konzept ist – wichtig ist eine klare Einordnung:

  • Vitamin A5 ist noch nicht offiziell als Vitamin anerkannt
  • Es gibt keine zugelassenen Referenzwerte oder Health Claims
  • Die Forschung basiert bisher vor allem auf:
    – biochemischen Daten
    – Tiermodellen
    – ersten theoretischen Konzepten 

Kurz gesagt: Ein spannender wissenschaftlicher Ansatz – aber noch keine etablierte Nährstoffkategorie

Fazit

Vitamin A5 steht exemplarisch für die moderne Ernährungsforschung:
Es zeigt, wie komplex und dynamisch unser Verständnis von Nährstoffen ist.

Die bisherigen Studien deuten darauf hin, dass:

  • neue bioaktive Verbindungen entdeckt werden können
  • Ernährung und hormonelle Steuerung enger zusammenhängen als gedacht
  • und insbesondere die mentale Gesundheit stärker in den Fokus rückt